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Oblatenbrief
   
 

Pax!


30. April 2007

Liebe Oblatinnen, liebe Oblaten,

gestern hatten wir den zweiten Oblatentag in diesem Jahr hier im Kloster. Es war ein Tag von gutem und geistlichem Begegnen und Austauschen. Am Vormittag gestaltete Herr Michael Heinzerling den inhaltlichen Teil über die Mönchsinsel Lerins in Südfrankreich. Etwa zwanzigmal ist er auf der Insel gewesen, und er konnte uns diese Insel, auf der seit dem 5. Jahrhundert von Mönchen besiedelte Insel, ihre Geschichte und Gegenwart nahe bringen. Vielleicht werden im kommenden Jahr einmal einige aus der Oblatengruppe zusammen nach Lerins fahren.

Am Nachmittag haben wir miteinander über verschiedene Themen gesprochen. Sr. Ursula stellte uns die Website vor, die auf ihre Initiative hin entsteht und von den Klöstern unserer Föderation verantwortet wird über ein Netzwerk der Anbetung. Wir hoffen, dass die Seite um Pfingsten herum abrufbar sein wird. Die wird dann unter www.gemeinsam-anbeten.de zu finden sein. Es soll im Geist unserer monastischen Tradition als Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament ein Angebot von Gemeinschaft sein für Menschen, die oft vereinzelt eucharistische Anbetung halten und mittragen wollen. Die eigene Website wird dann auch mit den verschiedenen Websites unserer Klöster verlinkt sein.

Thema war auch die neu entstehende Website der Arbeitsgemeinschaft der Benediktineroblaten im deutschen Sprachraum. Da wird aber auf der Tagung in St. Ottilien in der Pfingstwoche noch das Eine oder Andere zu klären sein.
Von unserem Kreis werden an der Tagung in St. Ottilien Sr. Andrea Ocklenburg die mich vertritt), Frau Elke Wittemann und Herr Michael Heinzerling teilnehmen. Bei unserm nächsten Treffen am 26. August werden wir sicher noch mehr von dieser Tagung hören.

Das Augusttreffen wird dann von Frau Ulrike Makowski und mir inhaltlich gestaltet werden um das Thema "Er führt mich auf rechter Straße um seines namens willen" (Psalm 23). Für alle, die vielleicht kommen wollen, will ich auch auf die nächsten Bilderwelten aufmerksam machen, in denen wir ein halben Jahr lang Bilder von Frau Ulrike Makowski in den Räumen an der Pforte beherbergen werden. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 17. August um 16 Uhr im Gruppenraum statt.
Abschließend hatten wir noch einen Austausch zu einer Frage, die ich mitgebracht hatte. Als Vertreterin der deutschsprachigen Benediktinerinnenklöster in der CIB-Conference in Manila im Herbst 2007, soll ich dort Gedanken aus den verschiedenen Gemeinschaften einbringen zu der Frage: Was sagen wir Benediktinerinnen hierzulande, wer wir sind? Und was sagen die Menschen hierzulande, wer wir sind? Wenn die Vertreterinnen aus allen Ländern Antworten auf diese Fragen mitbringen, werden sich ein großer Reichtum aber auch ein gemeinsames Profil vom Leben der Benediktinerinnen zeigen.

Die Antworten, die im Oblatenkreis nach einer kurzen stillen persönlichen Besinnung gegeben wurden, möchte ich hier auch gerne mit denen teilen, die gestern nicht dabei sein konnten. Ich habe Stichworte mitgeschrieben und diese abschließend auch noch der Gruppe vorgelesen, die damit so einverstanden war. Das sind die Antworten, die gegeben wurden:
Was sagen die Menschen hierzulande, wer wir sind?
- Kontemplative, weltoffene Schwestern.
- Eine betende und arbeitende und helfende Gemeinschaft.
- Menschen, die sich unter eine Lebensregel stellen, die schon seit 15 Jahrhunderten erprobt ist, unter dem Motto: ora et labora.
- Eine Gemeinschaft von ganz normalen Menschen von heute. Eine besondere Lebensform, aber keine absonderlichen Menschen.
- Menschen, die Gott in jeder Lebenslage zu verherrlichen suchen.
- Christinnen, die in einer Gemeinschaft leben und sich ganz in die Nachfolge Jesu Christi stellen, die beten, arbeiten, in Stille leben aus der Regel Benedikts und der Heiligen Schrift.
- Menschen, die der Sehnsucht nach Leben und Mehr und der Suche nach Gott Raum geben und sich dabei zusammentun.
- Weltoffene nicht weltfremde Menschen und Beter.
- Menschen, die Gott und die Suche nach ihm in die Mitte ihres Lebens stellen.
- Eine Gemeinschaft, die ansprechbar ist.

Ich bin dankbar für diese Antworten, sie sind mir kostbar und ich möchte sie gerne mit Ihnen allen teilen.

Ihnen allen Grüße in dieser österlichen Zeit. Lassen wir immer mehr zu, dass Christus, den wir am gestrigen Sonntag als den Guten Hirten anschauten und feierten, uns durch alles Leben hindurchführt und uns gemeinsam zum ewigen Leben führt (RB 72,12). Beten wir miteinander um den Heiligen Geist, dass er uns alle mehr und mehr erfüllen kann mit dem, was dem Leben unter uns nach Gottes Liebe und heiligem Willen nötig ist und gut tut

 

Mit schwesterlichen Grüßen und in betender Verbundenheit

Ihre


Sr. Johanna

 


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