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  Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament  
     
   
     
     
  1653 gründete Mechtilde de Bar in Paris das Institut der Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament. Mit Unterstützung der französischen Königin Anna von Österreich und mehrerer Frauen aus dem Pariser Adel konnten die nötigen kirchlichen und staatlichen Genehmigungen zur Gründung der Ordensgemeinschaft erwirkt werden. Bis zum Ende des Jahrhunderts entstanden neun weitere Gemeinschaften, darunter eine in Warschau. Die von Mechtilde de Bar mit Hilfe der Benediktiner aus dem Kloster St.-Germain-des-Prés verfassten Konstitutionen erhielten 1705 die Approbation von Papst Clemens XI.. Die Besonderheiten des neugegründeten Instituts bestanden in der ununterbrochenen eucharistischen Anbetung bei Tag und bei Nacht, in der Ernennung der Gottesmutter zur immerwährenden Äbtissin und der alle 3 Jahre stattfindenden Wahl der Priorin, der die Leitung der Gemeinschaft oblag. Mit der Einsetzung Mariens als Äbtissin verlieh Mechtilde de Bar ihrer hohen Verehrung der Gottesmutter als Mutter der Kirche Ausdruck. Mit der regelmäßigen Neuwahl der Priorin folgte sie dem Vorbild der Mauriner Kongregation, deren Zentrum sich in St.-Germain-des-Prés befand.
  Das Institut überlebte die Wirren der Französischen Revolution, in Deutschland den Kulturkampf und die Zeit des Nationalsozialismus. Durch die Aufhebungen und Verlegung der Klöster ins Ausland breitete sich dieser Ordenszweig in Europa weiter aus. Heute gibt es 45 Klöster der Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament in Frankreich, Polen, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Luxemburg und Belgien. Sie sind auf nationaler Ebene in Föderationen zusammengeschlossen und bilden auf internationaler Ebene eine Konföderation. Die einzelnen Klöster sind selbstständige Priorate, die national unterschiedlichen Konstitutionen zur Benediktregel folgen.
Dem Auftrag der besonderen Verehrung der Eucharistie kommen die Klöster der verschiedenen Länder in je eigener Ausgestaltung nach. Da wir uns in unserem Kloster in erster Linie als Benediktinerinnen verstehen, liegt unser Schwerpunkt auf dem Vollzug des feierlichen Chorgebets in dessen Zentrum die tägliche Eucharistiefeier steht. Darüber hinaus hält jede Schwester eine Zeit der Anbetung, so dass vom frühen Morgen bis zur Vesper immer jemand von uns in der Klosterkirche anwesend ist, um betend vor Gott dazusein, auch stellvertretend für die Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus. An den Sonntagen, Donnerstagen, an Hochfesten und an jedem Herz-Jesu-Freitag beten wir vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. Am Tag des Ewigen Gebetes und beim 40 stündigen Gebet in den Tagen vor Aschermittwoch halten wir auch nächtliche Anbetung. Durch diese Praxis haben neben dem gemeinschaftlichen Chorgebet gerade auch die verschiedenen Formen des persönlichen kontemplativen Betens bei uns einen hohen Stellenwert. Mit der Spiritualität unserer Gründerin haben wir uns in den letzten Jahren intensiver befasst und zu diesem Thema mehrere Veröffentlichungen herausgegeben. Die Erforschung der Ursprünge unserer monastischen Tradition und deren Übertragung in unsere Zeit bleibt für uns Anspruch und Herausforderung.

 
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