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Werkstatt für Textilrestaurierung Sr. Klara
Antonsh |
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Die Idee entstand 1989, als ich bei einer
feierlichen Vigil in einem befreundeten Kloster ein Evangeliar in Funktion
sah. So feierlichen Gottesdienst bei uns, das war mein Wunsch. Doch ein
Evangeliar wäre für uns viel zu teuer. Und selber machen, ohne Goldschmied zu
sein? Doch wo ein Wille... Seit Jahren schlummerte bei meinen Zeichnungen ein
Entwurf für eine Stickerei: die Stadt Jerusalem. Eine helle Stadt aus Glas
und Gold, die Türme zum Himmel hin, mit einer festen Mauer und einem großen
Tor; und doch auch das Dunkle, die einstürzenden Pforten der Unterwelt, die
große Schlange, der alte Drache. Genau das war es jetzt. Wir
Benediktinerinnen in Köln sind ein Stadtloster. |
Um
unser Haus flutet die Stadt, ihre Geräusch- und Lichtkulisse. In dieser Stadt
glauben wir Gott lebendig. Wie gut tut es da, wenn uns unter dem Bild der
Stadt Ewigkeit zugesagt ist. Und das Bild der Stadt Jerusalem, die in der
Tradition der Nabel der Welt ist, dieses Bild ist jetzt die Mitte des
Deckels, da, wo bei den mittelalterlichen Evangeliaren oft das Bild der
Majestas Dei zu finden ist - auch da dreht es sich um
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diesen Punkt, um den der Kreis der Mandorla
geschlagen ist. Auf den Eckplatten sind, ganz in traditioneller Form, vier
Steine befestigt. ,,Edelsteine“, weil kostbar durch den Ort, von dem sie
stammen. Das Stück aus einem römischen Ziegelstein (links unten) z. B. stammt
aus dem Fundament von Groß St. Martin einer der alten ehemaligen
Benediktinerabteien hier in Köln. Als römischer Ziegel weist er darauf hin wo
die Wurzeln unserer Stadt gründen. Die anderen drei Steine stammen aus
Klöstern, die in unserer Raderberger Klostergeschichte wichtig geworden sind.
In Osnabrück (Stein oben links) war die Gründerin unseres Hauses eingetreten,
und eine unserer Schwestern hat dort vor ein |
paar
Jahren geholfen, Brücken zu bauen zwischen neueingetretenen Schwestern und
einem festeingesessenen Konvent. Der nächste Stein (oben rechts) stammt aus
Vinnenberg, auch dort waren einige Zeit Schwestern von uns, und der Stein
unten rechts schließlich stammt aus Johannisberg, das als erstes Kloster
unserer deutschen Föderation 1991 aufgelöst werden musste. Eine Schwester von
dort lebt nun in unserer Gemeinschaft, und mit dem Stein ist wenigstens ein
winziges Stückchen von dem Boden, auf dem sie über 50 Jahre gelebt hat, auch
hier und erinnert. |
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